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Presseberichte
Starnberger Merkur (Münchner Merkur) - 21./22. Januar 2012
Wertinger Zeitung - 17. Januar 2012
Mittelbayerische Zeitung - Hemau - 3. November 2011
Münchner Merkur - 3. Juni 2011
Sulzbach- Rosenberger Zeitung - 19. April 2011
Pegnitz-Zeitung - 8. März 2011
Bayerischer Rundfunk - 26. November 2010 - Ottis Schlachthof
Münchner Merkur - 03. November 2010
Donaukurier Ingolstadt - 27. Oktober 2010
Hallertau-Info - 30. September 2010
Moosburger Zeitung - 24. September 2010
Dingolfing / Reisbach - 20. September 2010
Bayerwald-Echo - 13. Juli 2010
Münchner Merkur - 22. April 2010
VON NADINE LORENZ
RUNDING. Sie hat das Politische einfach „nimma meng". Anna M. Spies war von 1993 bis 2009 die Frauenquote der Couplet-AG, am Freitag hat sie in der Liederbühne ihr erstes Soloprogramm vorgestellt: „O MArianne hilf!".
Eine unbeschwerte Kindheit, Pferde stehlen und die Kinderfüße den ganzen Tag in den Dorftümpel halten; das war einmal. Heute fängt die Frühförderung im Embryonalstadium an. Mit Babyphone und präparierter Windel entert Anna M. Spies die Bühne, nun als Großmutter.

Im Gepäck hat sie Erziehungsperversionen der besonderen Art Das fängt bei der „Gebärperformance" an, geht über zum „A-Zi-Mü-Ki-Brunch" (dem Alleinerziehende-Mütter-Kids-Brunch) und endet mit einem Baby-Wellness-Wochenende.
„Aus der Schatztruhe einer alleinerziehenden Großmutter" lautet der Untertitel von Spies' Soloprogramm. Und diese Truhe beinhaltet reichlich Zündstoff. Auf die „Doppelnamen-Generation" hat es Spies abgesehen, die Porsche-Cayenne-Eltern, für die Bio keine Einstellung mehr ist, sondern ein life-style...
Und überhaupt diese furchtbaren Anglizismen! Aus dem Annamirl ist doch auch etwas geworden, aber heute müssen die Marions, Laura-Luisas und Leon-Lucas mit zwei Jahren zu den Olympischen Zwergen, dann Oboe und Kinder-Squaredance. Sie könnten einem fast leidtun, diese Biester, wenn die neumodisch-antiautoritäre Erziehung das Annamirl nicht auf die Palme bringen würde.
Es geht aber nicht nur um ihre Rolle als Oma. Anna M. Spies spickt das Programm mit Alltagsbegegnungen, schlüpft in diverse Rollen, singt und trommelt. Da ist die dackelausführende Alte mit Alkoholfahne im neckischen Jogginganzug, die für Spies' „Cabaret" immer einen Witz auf Lager hat; die neugierige Nachbarin im ollen Hauskittel, die scharfsinnig-kratzig feststellt: „Sie, Frau Schwinghammer, ist ihre Tochter in der Hoffnung?" Und am liebsten würde sie das ganze faule Gesindel sowie die „Schwulanten und Lesben" aus der Krankenkasse schmeißen.
Anna M. Spies ist ein alter Fuchs im Geschäft und ihr Soloprogramm nicht weniger hintersinnig, als es die politisch-kabarettistischen Sketche mit der Couplet-AG waren. Der Stoff ist leicht, sehr amüsant und selbstironisch. So besingt sie auch die eigenen Altersleiden, die man nun als Oma nicht mehr verleugnen kann und münzt auf den bekannten Drews-Schlager „Wenn's Fett nach vom fällt."
Das Publikum leidet mit ihr, trommelt sich anständig mit Spies das „knackige" Alter aus den Knochen und aus den Reihen erlauscht man dann auch ein leises „Das geht uns doch allen so, dass irgendwann das Fett nach vorn fällt."
Spies spricht mit diesem Programm ein ganz spezielles Publikum an, die junggebliebene Großelterngeneration, die auch mit Mitte 50 bitte keinen Se-niorenteller will, das Leben in vollen Zügen genießt, zum Feierabendbier in die Kneipe geht.
Heutzutage, wo Schauspieler und Künstler mit Mitte 30 schon als verheizt und unansehnlich gelten, ist es schön zu wissen, dass Anna M. Spies noch lange nicht von der Bühne loskommt und den Youngsters kräftig auf die Füße tritt.